Hohe Kunst der Übersetzung

Das kann mein Übersetzungsprogramm doch auch – oder? Von der hohen Kunst der guten Übersetzung

Am 30. September feiern wir zum 68. Mal den internationalen Tag des Übersetzens, auch Hieronymustag* genannt. Was zu Hieronymus‘ Zeiten als hohe und wertvolle Kunst geschätzt wurde, wird heute gerne abgetan – schließlich gibt es im Zeitalter des Internets genügend Programme, die in Sekundenschnelle eine Übersetzung ausspucken. Doch was heißt es eigentlich, eine inhaltlich und sprachlich einwandfreie Übersetzung zu erstellen?

Von der hohen Kunst der guten Übersetzung

Ein gutes Übersetzungsprogramm kann auch einen langen Text in Sekundenschnelle übersetzen. Auf Fehler kontrollieren und bereinigen muss ihn aber immer noch der Mensch selbst, und das kostet vor allem eines – Zeit. Spätestens, wenn der Text von 100 Seiten bis übermorgen auf dem Tisch der Vorgesetzten liegen soll, werden dann professionelle Übersetzungsdienste bemüht, und wir Übersetzenden machen uns ans Werk.

Nein, auch wir können nicht zaubern, aber wir können Kaffee kochen und uns auf eine entspannte Nachtschicht mit dem 100-Seiten Manuskript einrichten. Zuallererst gilt es natürlich, sich einen Überblick über die Materie zu verschaffen. Gerne haben schon 20 Menschen vor uns firmenintern ihre Anmerkungen in verschiedenen Farben und Schriftstilen dem zu übersetzenden Dokument hinzugefügt, sodass es bunt leuchtet wie ein geschmückter Weihnachtsbaum. 

Übersetzung Nachtschicht
Gute Übersetzungen erfordern manchmal eine Nachtschicht

Oft strotzt der zu übersetzende Text vor lauter Fachwissen und technischen Details und wir belegen aus Liebe zum Beruf ein Blitzstudium auf Google und Wikipedia, um bestens gerüstet und mit sämtlichen branchenüblichen Fachbegriffen gewappnet zu sein. (Im schlimmsten Fall handelt der zu übersetzende Text von Ringelwürmern in der Nordsee und wir ertappen uns dabei, wie wir gähnend vor dem Foto eines solchen Tierchens sitzen und nach dem Wort „Vielborster“ suchen, obwohl wir lieber einen Artikel über die letzte Modenschau in Paris bearbeiten würden.)

Haben wir uns einmal vorgebildet, geht es ans Eingemachte: Nicht nur der Text wird jetzt fachlich einwandfrei Absatz für Absatz übersetzt, sondern der Ton und die Ausdrucksweise des Ausgangstext wird möglichst genau wiedergegeben (was sich bei den vorher genannten 20 Mitkommentierenden recht schwierig gestalten kann :D). Eine Firmenbroschüre verlangt eben ein anderes Sprachniveau als ein Kinderbuch.

Neben Ton und Ausdrucksweise ist es gerade bei technischen Übersetzungen sehr wichtig, immer wieder Gegenproben zu machen: Finde ich den von mir verwendeten Fachbegriff auch noch auf anderen branchenbezogenen, möglichst muttersprachlichen Webseiten? Sollten wir einmal trotz aller Sorgfältigkeit etwas übersehen, fällt es garantiert dem Kollegen oder der Kollegin auf, die den Text vor der Ablieferung selbstverständlich noch einmal gründlichst gegenlesen.

Trotz der vielen Arbeit, die eine wirklich gute Übersetzung macht: es ist auch eine tolle Herausforderung, fördert ungemein das Allgemeinwissen und ist so wunderbar kreativ, so spannend und so überraschend – mit all seinen Facetten. 

Wir lieben es, Übersetzer und Übersetzerinnen zu sein!

Herzlichen Glückwunsch und ein Hoch auf alle Übersetzenden!

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*Der Gelehrte und Theologe Hieronymus zeichnet für die lateinische Übersetzung des Alten Testaments verantwortlich und ist am 30. September 420 in Bethlehem gestorben.